Sonntag, 5. August 2012

彩夏祭 - 朝霞市民まつり

Drei Tage lang herrscht Ausnahmezustand in Asaka. Wenn im Sommer das Matsuri stattfindet!
(Nein, eigentlich ist bis zum Nachmittag alles normal, aber pssst...)

Am Freitag Abend bin ich mit Laura, die mich für ein paar Tage in Tokyo besucht hatte, Richtung Kita-Asaka gefahren um dort den Festplatz zu besuchen.
Als Festplätze dienen bevorzugt Baseballfelder, die sich durch ihre Form auch wirklich gut dafür eignen.
Es ist nicht ganz so leicht bei solch einem Event Parkplätze für die Fahrräder zu finden, so haben wir gleich den ersten Einweiser, den wir gesehen haben, nach einem Platz gefragt. Es schien so, als wenn er uns Kilometerweit zur nächsten Schule schicken wollte. Auf den Fußweg hatten wir keine Lust und so haben wir dann doch, wie so viele andere auch, den Conbini-Parkplatz in Beschlag genommen..
Der Platz bestand dann aus einer Bühne in der Ecke des Baseballplatzes und einem Stand mit Essen neben dem nächsten.


Gegessen haben wir trotzdem nicht wirklich viel.. Das Spannende ist in Japan ja auch nicht das japanische Essen, sondern das Amerikanische. Bei jeder Gelegenheit mache ich mich darüber her.. Pfui Anika!
Also gab es Hotdog, Pommes, Chicken Nuggets (die leider gar nicht gut waren) und für Laura eine Frankfurter, die in Japan aber Frankfurt heißt.
Zum Matsuri gehören auch die Masken. Was früher bestimmt mal anders aussah, jetzt aber zu einer kunterbunten Plastikauswahl mutiert ist.. Selbstverständlich mussten wir uns dem Trend anschließen, weshalb Laura als Pikachu und ich als Baikin-man unterwegs waren. Allerdings setzt man die Masken nicht richtig auf, wäre auch viel zu warm, sondern trägt sie schräg am Kopf.


Eine andere Tradition ist das Goldfisch angeln. Dafür bekommt man eine runde Papierscheibe, mit der man einen Fisch in einen Behälter befördern muß. Das ist natürlich nicht so einfach, weil das Papier schnell reißt. Damit die Kinder nicht allzu traurig sind, bekommt man pro kaputtem Papierdingens dann 2-3 Goldfische. Laura hatte im Endeffekt 6, die jetzt im Wasserbottich meiner Gastmutter ihr Dasein fristen müssen, zusammen mit denen, die schon vorher drin waren..
Um 21h war dann Schicht im Schacht, aber angestachelt von der guten Stimmung haben wir am Bahnhof Halt gemacht um zum Karaoke zu gehen.
(Ja, ich glaube auch, dass ich krank bin.. Am Wochenende vorher Tanzen, jetzt Singen.. Was ist da los???)
Die ganze Sache war absolut lustig, da selbstverständlich die Anmeldung und das Gerät auf Japanisch waren und wir kein Wort verstanden.. Naja.. die Anmeldung war weniger das Problem. Die Jungs, die dort gearbeitet haben, waren aber sehr freundlich und haben uns dann doch schnell erklärt, wie wir zumindest nach Titeln suchen konnten. Nur irgendwie waren alle Titel, die wir gesucht haben, nicht vorhanden.


Trotzdem hatten wir, glaube ich, viel Spaß.. Laura hat auch die Videoaufnahme ihrer Kamera bemüht, wobei ich hoffe diese Videos NIE NIE NIE zu sehen!!! Da kam dann sowas nettes vor wie: "Somewhere... Oh! Ein Erdbeben!" "Das Wackeln unter'm Hintern war ein Erdbeben?" "Jop! .. over the Rainbow - Bluebirds fly.."
Die Goldfische haben die Stunde Krach auch überlebt, ob unbeschadet weiß ich aber nicht.

Am nächsten Tag musste sich Laura leider verabschieden, da sie nach Kyoto weiter fuhr. Hotel war schon gebucht und ihre Gastfamilie nötigt sie dazu "Kultur zu erleben".
Aber ich musste eh zur Arbeit, wenn auch nicht zur sonst üblichen.. Ich sollte beim Matsuri helfen. Die Arbeitskleidung hatte ich schon tags zuvor bekommen. "Safety Drive" stand drauf.. "Da haben sie ja die Richtige erwischt" dachte ich mir.. "wenn die wüssten was ich für böse Autorennvideos in meiner Freizeit gucke.." Allerdings ging es weniger um's Autofahren als darum, dass man seine Handtasche im Fahrradkorb vor vorbeifahrenden Handtaschendieben auf Motorrollern schützen soll.. Zumindest habe ich das daraus geschlossen, was auf unseren Werbefächern abgebildet war. Im Endeffekt hatten wir nur ein Polizeiauto und -motorrad vor unserem Stand, Kinder konnten sich damit fotografieren lassen und durften im Anschluss an einer Tombola teilnehmen. Ich war für das Nachlegen der Trostpreise zuständig und die Zeit verging wie im Fluge.


Um 15h waren die Polaroidfilme alle und so wurde eine Stunde vor dem eigentlichen Ende abgebaut. Ich bin nicht gleich von dort aus weiter gezogen und habe mir das restliche Matsuri angesehen, sondern bin erstmal nach Hause um mich umzuziehen. Erst um 17h bin ich wieder los. Musste mein Fahrrad am entlegendsten Ende abstellen, da alle anderen Fahrradparkplätze schon voll waren, und habe mich langsam aber sicher zum Burgerstand vorgearbeitet. Die Burger hatte ich während meiner Arbeit entdeckt und sahen so lecker aus, dass ich unbedingt einen probieren musste. Zwar stand der gepfefferte Preis von 1000¥ dran, aber immerhin habe ich ihn für 100¥ billiger bekommen. 9€ sind trotzdem ganz schön happig, aber ich war wenigstens satt hinterher.


Unterwegs habe ich viele Tanzgruppen, Yukata und Essenstände fotografiert, von denen ich euch natürlich auch eine kleine Auswahl zeigen möchte, bevor ich dann zum Feuerwerk komme..







Das Feuerwerk war von 19h-20h angesetzt. Als es anfing dachte ich noch, das Alstervergnügen könne locker mithalten. Aber dann waren da doch einige "Feuerblumen", die unglaublich schön waren und bei denen ich mir sicher bin, dass ich sie so noch nicht gesehen habe.
Allerdings muß ich zugeben, dass mir die Begleitmusik fehlte..


Nach dem Hanabi bin ich langsam Richtung Fahrrad geschlendert, habe aber nochmal kurz an einer Bühne halt gemacht, auf der zwei Typen gesungen haben.
Hat sich gar nicht mal so schlecht angehört, nur leider kann ich nicht herausfinden wie sie heißen, da das Programmheft nur bis 18.40h geht und es nun ja schon nach 20h war..


Matsuri ist wirklich ein tolles Event und ich bin gespannt wie der Tag heute weitergeht ;)

1 Kommentar:

  1. danke fürs teilen, mikage!
    ich wünsch dir noch einen schönen sonntag!

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