Montag, 23. Januar 2012

Das Kopfkissenbuch...

Infos zum Buch:
Das Kopfkissenbuch einer Hofdame
von Sei Shonagon
Übersetzt von Mamoru Watanabe
Mit Illustrationen von Masami Iwata
Verlag: Manesse
303 Seiten
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN: 3717513648
17,95€ bei Amazon
Klappentext:
Ein Bündel edlen Papiers diente der Hofdame Sei Shonagon als Notizbuch, in das sie schrieb, was man sonst nur seinem Kissen anvertrauen würde: ihre vom Augenblick inspirierten Gedanken, ihre Stimmungen und Erlebnisse. So entstand ein heute ebenso faszinierendes wie anmutiges Skizzenheft über das Leben am japanischen Hof um das Jahr 1000.
 
Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen einige Klassiker der japanischen Literatur zu lesen. Schande auf mein Haupt, das habe ich nämlich noch nicht getan >.< Aber passend zu meinem 3 wöchigen Sprachkurs habe ich mir dieses kleine Büchlein ausgesucht um es mit auf die Reise nach Bochum zu nehmen.
Ich hatte es zu Weihnachten von einer Kollegin geschenkt bekommen. Ein Glück! Sonst hätte ich noch Musashi mitschleppen müssen^^
Leider hielt es aber auch nur eine Woche und nun muß ich auf das neue Buch warten, das Amazon hoffentlich schnell liefert^^

Als ich die erste kleine Geschichte anfing zu lesen, war ich doch sehr skeptisch. Es las sich so komisch. Schnell fand ich mich dann aber doch in den Berichten zurecht und genoß es das historische Leben am kaiserlichen Hof etwas näher betrachten zu dürfen.
Oft war ich mit Sei Shonagon einer Meinung oder konnte ihre Ansichten nachvollziehen. Aber sicher ebenso oft hat sie Dinge geschrieben, die ich aus heutiger Sicht abstoßend finde. Sei Shonagon schreibt ganz offen über Dinge, die sie hässlich findet oder welche Manieren sie schrecklich findet. Die Worte, die in der deutschen Übersetzung dafür gewählt wurden, mag ich nicht sonderlich.
Aber Kopfkissenbuch richtig gut ins Deutsche zu übersetzen, ist wahrscheinlich unmöglich. Viel zu viele versteckte Andeutungen gibt es in den kleinen Gedichten und Reimen.
Um dem Leser aber dennoch zu ermöglichen etweige Doppeldeutigkeiten zu verstehen, gibt es Anmerkungen, in denen viele Reime und ihre Bedeutungen noch einmal erläutert werden. Wenn Sei Shonagon aber von ihren Erlebnissen berichtet, braucht man so gut wie nie zu den Anmerkungen zu blättern.
Das Kopfkissenbuch besteht aus vielen kleinen Anekdoten und Gedankengängen der Autorin. Es liest sich wirklich eher wie ein Tagebuch. Es gibt keinen roten Faden, der sich durch die Geschichtchen zieht. Deshalb kann man das Buch auch sehr schnell durch lesen. Oft denkt man vor dem Schlafengehen "Ach, nur noch eine kleine Geschichte." Diese ist dann so kurz, dass man unbedingt noch eine dran hängen möchte und schwupps ist wieder eine halbe Stunde vergangen.

Es bringt einfach nur Spaß das Buch zu lesen und ich bin sehr froh, dass ich es nun endlich getan habe. Lang lang hat es gedauert. Mal sehen ob ich es auch irgendwann auf japanisch lesen kann^^

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