Mittwoch, 23. November 2011

Eine Insel

Infos zum Buch:
Eine Insel
von Terry Pratchtt
Verlag: Random House Audio
Laufzeit: 12Std (ungekürzt)
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 3866049781
19,95€ bei Amazon
Klappentext:
Mau ist der letzte Überlebende seiner Nation, die von einem Sturm hinweggespült wurde. Er sitzt auf einer Insel, die völlig unbewohnt zu sein scheint - bis das "Geistermädchen" Daphne erscheint, Überlebende des Untergangs der Sweet Judy. Nach und nach tauchen andere Überlebende auf und suchen auf der Insel Zuflucht. Zu ihnen gesellen sich auch Plünderer und mordlüsterne Meuterer.
[Quelle:Audible]
 
Lange habe ich überlegt ob ich mir dieses Hörbuch kaufen soll. Ein ernster Terry Pratchett?
Aber da das Buch eigentlich durchweg gute Kritiken bekommen hatte, wurde es dann doch als Abend"lektüre" gekauft.
Wie immer kurz der Inhalt in meinen Worten und danach meine Meinung:

Mau wird ein Mann werden, er muß nur noch mit seinem selbstgebauten Kanu nach Hause zurück paddeln. Dort wird die ganze Nation am Strand auf ihn warten um ihn zu begrüßen.
Aber dann kam die Welle..
Ermintrude ist die Tochter eines britischen Diplomaten.
Nachdem sie einige Zeit mit ihrer furchtbaren Großmutter alleine leben musste, holt ihr Vater sie endlich auf die Südhalbkugel nach. Die Überfahrt mit dem Schiff, der Sweet Judy, verläuft fast ohne Zwischenfälle, bis die Welle kam..
Ermintrude, die sich selbst aber lieber Daphne nennt, strandet als einzige Überlebende auf einer Insel. Dort trifft sie Mau, der erkennen musste, dass niemand seines Volkes überlebt hat. Aus einer anfänglichen Zweckgemeinschaft wird bald Freundschaft. Als die ersten Überlebenden von anderen Inseln kamen, wurden Daphne und Mau gezwungen große Verantwortung zu übernehmen, denn diese Leute brauchten dringend ihre Hilfe. Beide mussten innerhalb von kurzer Zeit erwachsen werden. Mau ist nun Häuptling und die Zukunft der gesamten Nation ruht auf seinen Schultern. Daphne muß die Pflichten und Bräuche der Frauen lernen. Sie lernt Bier zu brauen, kümmert sich um die Kranken und Alten und hilft sogar bei Geburten. 
Und sie ist Mau immer eine Stütze wenn er nicht weiß wie er weiter machen soll.
Aber letztendlich finden Beide zusammen die richtige Zukunft für die Nation.

Ich hatte absolut keine Ahnung was mich erwarten würde, ich kannte lediglich das Cover als ich anfing das Buch zu hören und hatte mir wirklich etwas gänzlich anderes vorgestellt. Aber trotzdem gefiel mir die Story sehr.
In einer Rezension, die ich überflogen hatte, wurde gesagt, dass Terry Pratchett in diesem Buch seine Krankheit verarbeitet. Ich weiß leider nicht ob das eine Aussage von ihm selbst oder nur eine Vermutung des Autors der Rezension war. Auch das hatte mich, wie schon das Cover, auf eine völlig falsche Fährte gelockt.
Denn ganz ehrlich.. ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Alzheimer und der Geschichte der Insel.
Aber da ich wie gesagt keine Ahnung von Pratchetts Beweggründen dieses Buch zu schreiben habe, halte ich lieber die Klappe^^
Zu Beginn des Hörbuches war ich ein wenig skeptisch, die Geschichte entwickelte sich sehr langsam und ich war sogar ein wenig gelangweilt. Aber sobald Daphne und Mau sich zusammen gerauft hatten, konnte ich mich ihrem Schicksal nicht mehr entziehen. Ich mußte wissen wie es ihnen erging. Dabei war ich jedes Mal ein wenig enttäuscht wenn Neuankömmlinge die traute Zweisamkeit störten und hatte jedes Mal Angst, dass Daphnes Vater angekommen ist.
Je weiter ich mit dem Hörbuch kam, desto bewusster wurde mir, dass auch Daphnes Abschied näher rückte. Denn dass dieser kommen würde, war von Anfang an klar. Sehr schön war der Epilog, auch wenn man die Unausweichlichkeit des Endes anerkennen musste, so hatte man doch irgendwo genau die gleichen Hoffnungen wie die beiden Kinder. So bietet das Gespräch zwischen ihnen und dem Alten einen sehr gelungenen Abschluss.
So langweilig ich den Anfang vielleicht auch fand umso mehr hat mich der Fortgang der Geschichte gefesselt.
Die doch sehr ernste Geschichte wurde immer wieder durch lustige Anekdoten von Daphnes Großmutter, Mrs. Gluckers Angewohnheiten oder Pilus Geschichten aufgehellt. Wenn das Buch auch nicht so amüsant wie die Scheibenweltromane ist, so ist es trotzdem lesenswert, denn es bietet eine interessante alternative Realität, ernste und auch lustige Themen in einem gelungenen ausgewogenen Verhältnis.

Der Sprecher, Stefan Kaminski, hat seine Sache sehr gut gemacht. Seine Stimme ist angenehm und man konnte deutlich die verschiedenen Charaktere heraus hören. Trotzdem hebt er sich nicht sonderlich von der Masse ab, wie zum Beispiel Oliver Siebeck es meiner Meinung nach tut.


Für Station ♆  Neptun der raVenport SF Challange

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