Mittwoch, 30. November 2011

1Q84

Infos zum Buch:
1Q84
von Haruki Murakami
Verlag: Dumont
Seiten: 1021
Erscheinungsjahr: 2010
32€ bei Amazon
Klappentext:
Pressestimmen
"Sämtliche Register des Erzählens (...) Murakami ist in formaler Hinsicht zweifelos einer der gewieftesten Erzähler, den wir haben und 1Q84 diesbezüglich sein Meisterwerk. Wie hier Topoi und Strukturen aus Literatur, Religion und Musik vermischt werden, wie die Perspektiven gewechselt, die Zeiten miteinander verschliffen werden, das hat man noch nie gelesen." - FAZ

"Murakami galt dieses Jahr als einer der Kandidaten für den Nobelpreis. Es ist schade, dass er ihn nicht bekommen hat (...) "Murakami weiß seine Geheimnisse zu bewahren. Aber es sind, kraft seiner tiefen Humanität, Geheimnisse für die ganze Welt." - SZ


Lange mußte ich warten bis ich das Buch lesen konnte, lange habe ich gebraucht um es zu lesen. Und man bin ich froh, dass ich es endlich durch habe! Ich glaube ich war lange nicht mehr so froh über den Abschluß eines Buches!
Im 52 Bücher Projekt (das ich leider sträflich vernachlässige -.-) habe ich bereits ein wenig zu dem Buch geschrieben, es wird auch kaum mehr werden. Die Inhaltsangabe übernehme ich auch, denn ich möchte das Thema einfach nur möglichst schnell zu einem Abschluß bringen.

Aomame ist Fitnesstrainerin in einem Sportcenter und hat einen nicht ganz astreinen Nebenjob. Dieser zwingt sie irgendwann dazu ihr bisheriges Leben völlig aufzugeben. 
Tengo ist Mathematiklehrer an eine Yobiko, einer Schule, die nach der regulären Unterrichtszeit Schüler auf die Universität vorbereitet. Nebenbei schreibt er, konnte sich als Schriftsteller aber noch keinen Namen machen. Dann jedoch bekommt er den Auftrag als Ghostwriter für eine siebzehnjährige Schülerin zu agieren, die eine faszinierende Geschichte geschrieben hat, der jedoch leider jeglicher Stil fehlt. Von da an ist es mit Tengos ruhigem Leben vorbei. Irgendwann kommt der Leser dahinter, dass sehrwohl eine Verbindung zwischen Tengo und Aomame besteht, auch wenn sie nur klitzeklein ist.
Bedeutender wird diese Verbindung, als man erfährt, dass in Tengos neuem Roman zwei Monde den nächtlichen Himmel zieren und Aomame eines Tages entdeckt, dass sich ein kleiner grünlicher Mond zu unserem altbekannten gesellt hat. Hier kommt auch das erste Mal eine gewisse Surrealität zum Vorschein.

Ehrlich gesagt hoffe ich, dass Band 3 mit einer Zusammenfassung der Ereignisse aus Band 1 und 2 beginnt. Dann könnte ich nämlich jedem raten nur Band 3 zu lesen. Aber es wird noch etwas länger dauern bis ich das herausfinde, ich habe nämlich keine Lust demnächst irgendetwas in die Hand zu nehmen, das den Titel 1Q84 trägt.
Jetzt denkt wahrscheinlich jeder, ich mochte das Buch überhaupt nicht, das stimmt so nicht.. Die Geschichte an sich ist sehr Interessant und ich bin auch neugierig wie es weiter geht, aber der Weg zum Ziel ist einfach so furchtbar langatmig! Die Geschichte kommt am Anfang einfach nicht in Fahrt, Murakami wiederholt und wiederholt Eigenschaften der Charaktere bis man das Buch nur noch anschreien mag, dass man langsam wisse welche Vorlieben der Charakter hat. Schlimm ist an diesen Wiederholungen vor allem, dass man das Gefühl hat, die Formulierungen sind jedes Mal 1 zu 1 übernommen. Und sie tauchen auch nicht im Gespräch wieder auf, nein, jedes Mal wieder in einem inneren Monolog der Person.
Oft habe ich inzwischen auf den Blogs von Schriftstellern gelesen, dass ihnen meist nahegelegt wurde ihren Roman nochmal so richtig schön einzukürzen, gern um ein Drittel. Ach hätte man doch Murakami das bei diesem Buch ans Herz gelegt. Alles nochmal um ein Drittel oder die Hälfte gekürzt, dann wäre der Roman sicherlich um einiges spannender und weniger langatmig gewesen.
Ich kann guten Gewissens sagen, dass dies der schlechteste Murakami war, den ich bis jetzt gelesen habe. Nicht von der Geschichte her, die ist verdreht, komisch (ich meine komisch und nicht witzig) und spannend wie immer, sondern von der Aufbereitung der Geschichte. Als sei dies ein Experiment gewesen was passiert wenn man den Autor einfach schreiben lässt wie er will, ohne dass jemand vor dem Druck nochmal drüber guckt ob auch alles so in Ordnung ist.
Zum Schluß nur noch eins: Ich hasse Ushikawa! Ich mochte ihn schon im Aufziehvogel nicht. Warum in dreiteufelsnamen mußte er diesen schrecklichen Charakter für dieses Buch wieder ausgraben?

Ich fand übrigens die Pressetexte äußerst interessant. Alles was sie loben, die Verquickung verschiedener Realitäten und Zeiten etc. Hat Murakami in anderen Werken deutlich besser hinbekommen. Hier frage ich mich wirklich, ob ich die Genialität einfach nicht sehen kann, oder niemand etwas schlechtes schreibt, weil auf dem Einband "Haruki Murakami" drauf steht.
So, das langt jetzt aber auch, auf in neue Gefilde, da warten einige Engel auf mich^^

Kommentare:

  1. Ich habe Deinen Text nur kurz vorne und am Ende gelesen, reine Vorsicht, weil das Buch ja noch darauf wartet, von mir gelesen zu werden :)
    Bislang habe ich erst drei Murakami gelesen, einer davon war die "Wilde Schafsjagd" und ich froh, dass das nicht mein Einsteigerbuch war, sonst wäre Murakami wohl nicht noch einmal im Lese-Sessel gelandet :) Den Roman fand ich sehr abgedreht...
    Du erwähnst am Ende auch eine Figur aus "Mister Aufziehvogel" - Wäre es hilfreich, den Roman vor 1Q84 zu lesen?

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  2. Hallo Natira,
    Mister Aufziehvogel hat nichts mit 1Q84 zu tun, Murakami hat lediglich einen Charakter recycelt. Der wird in 1Q84 auch wieder äußerst genau beschrieben (genug Platz dafür hat der Schinken ja) man verpasst also nichts wenn man den Aufziehvogel nicht kennt.
    Darf ich fragen welches deine anderen beiden Murakamis waren? Ich bin ja neugierig was dazu geführt hat, dass du die Schafsjagd gelesen hast^^
    Der Aufziehvogel ist übrigens einer meiner absoluten Lieblinge, er steht weit vor Naokos Lächeln.^^

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  3. Danke für die Info. Man "muss" also "Mister Aufziehvogel" vorher nicht lesen, aber dessen Lektüre lohnt sich offenbar ;)

    "Naokos Lächeln" war das erste :),
    dann habe ich noch "Sputnik Sweetheart" gelesen. "Wilde Schaftsjagd" war ein Leserundenbuch ;) Und in dieser Leserunde wollen wir irgendwann auch den Tanz mit dem Schafsmann lesen ... ;)

    Oh es sind 4! Ich habe auch "Schlaf" von ihm gelesen, hat mir sehr gut gefallen.

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  4. In Mister Aufziehvogel verschwimmen allerdings auch die Realitäten und Dinge geschehen, die in der Realität nicht möglich wären.
    Wenn das der Grund dafür war, weshalb du Wilde Schafsjagd nicht mochtest, könnte es sein, dass dir der Aufziehvogel auch nicht gefällt..
    Ich drück dir aber die Daumen, dass dir Dance Dance Dance mehr zusagt als der Vorgänger ^_-

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  5. Ich lasse mich einfach von beiden überraschen :)
    Viele Grüße!

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