Montag, 5. September 2011

Revolte gegen die Unsterblichen

Infos zum Buch:
Revolte gegen die Unsterblichen
von Frank Herbert
Verlag: Heyne
158 Seiten
Erscheinungsjahr: 1968
ISBN: 3-453-30868-9
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Klappentext:
Leben unter dem Diktat der Genetik
Das Ehepaar Durant darf ein Kind haben - so haben es die Regenten der Genetik entschieden. Und das Gesetz 10927 gestattet es den Durants, der genetischen Umformung ihres Embryos beizuwohnen.

Dr. Potter, der große Künstler unter den Genchirurgen, nimmt die Operation vor. Dabei handelt er den Gesetzen der Regenten zuwider, die kategorisch die Ausmerzung aller Erbanlagen fordern, die Menschen zur Rebellion gegen die jahrtausendealte Herrschaft der Unsterblichen führen könnten.

Mit Hilfe einer Untergrundorganisation von halbrobotischen Cyborgs glückt die Entführung des Embryos aus dem Bruttank des Hospitals. Doch der Preis, den die Verschwörer zahlen müssen, ist ungeheuer hoch. In panischer Furcht vor einer Revolte gegen die Herrschaft sind die unsterblichen Regenten eher bereit, die übrige Menschheit auszulöschen, als dem neuen Leben eine Chance zu geben.
 
Für die Station Sonne wollte ich eigentlich etwas von einem anderen klassischen Science Fiction Autor lesen, aber die Bücher von Frank Herbert habe ich halt noch im Regal, also doch wieder eins von ihm.
Und das war auch gut so! Ich kenne bisher nur die Wüstenplanet Bücher und die zwei Geschichten um McKie. Und dieses Buch ist nun so anders, dass ich fast glauben mochte, es sei von einem anderen Autor, aber dazu später mehr, jetzt eben der Inhalt in Kurzfassung:

Das Ehepaar Durant besteht darauf bei der genetischen Formung ihres Embryos dabei zu sein. Das ist sehr ungewöhnlich und so ziehen sie die Aufmerksamkeit des Sicherheitsdienstes der Zentrale auf sich. Aber ihre Anwesenheit ist erforderlich, sie sind Kuriere der Rebellen und als solche speziell ausgebildet um die Körpersprache anderer Menschen lesen zu können. Es entgeht ihnen also nichts als der Chirurg der Zentrale den Eingriff vornimmt.
Die Welt im 11. Jahrtausend. Die Bevölkerung ist zum größten Teil steril und lebt unter der Herrschaft der unsterblichen Regenten. Diese Regenten entscheiden wer welche Aufgabe im System übernimmt und wer sich fortpflanzen darf. Die Vermehrung findet komplett außerhalb der Körper statt und ist nur deshalb so begehrt, weil die Eltern Aufzuchturlaub bekommen und so dem System für kurze Zeit entfliehen können. Die Rebellen, unter ihnen auch Cyborgs, arbeiten aber schon am Sturz der Regenten und der Embryo der Durants spielt eine wichtige Rolle dabei.

Natürlich merkt man schon, dass dieses Buch von Frank Herbert ist. Es enthält viele seiner typischen Elemente. So eine Fingersprache, mit der die Rebellen sich verständigen oder die Übermenschen in Form der Regenten. Auch andere Kleinigkeiten tauchen auf. Aber der Stil war sehr unvertraut. Deshalb habe ich zum Teil die Befürchtung, dass die Übersetzung nicht ganz astrein war. Als ich gesehen habe, dass es das Buch in Deutschland unter zwei Titeln gibt (der andere ist die Übersetzung des Originaltitels The Eyes of Heisenberg - Die Augen Heisenbergs) hatte ich die kurze Hoffnung es handelt sich dabei auch um eine andere Übersetzung. Dann hätte ich beide parallel gelesen und verglichen. Leider besteht der Unterschied nur in Cover und Titel. So mußte ich jetzt während des Lesens immer unweigerlich an "Die Biomaten" denken, denn genau so kam mir der Stil vor.
Die Idee hinter der Story fand ich recht interessant, ich hatte aber eigentlich anderes erwartet. Durch die Covergestaltung wartete ich die ganze Zeit auf eine dramatische Hetzjagd, die allerdings wie folgt ablief: Sie hauen ab, die Regenten wissen aber selbstverständlich die ganze Zeit wo sie sind und als sie meinen es sei genug nehmen sie sie einfach hopps, fertig. Wirklich spannend.. Und so dümpelt die Handlung nur ein wenig vor sich hin bis sie irgendwann ihren Abschluss findet und man eigentlich ganz froh ist, dass man das Buch endlich durchgelesen hat. Was ich mich bis jetzt frage ist, was meint Calapine immer mit dem "Ersatzembryo"? Am Anfang ist es einfach nur der Embryo der Durants aber ab der Flucht ist es plötzlich ein Ersatzembryo. Fehlt da irgendwas zwischen drin?
Und dann schafft es das Buch zwischenzeitlich doch noch das ein oder andere Schmunzeln auf mein Gesicht zu zaubern. Auch wenn das wieder an der Übersetzung liegt. So darf man solche Ausdrücke wie "die Tür aufklinken" lesen. Ich mußte mich dann erstmal erkundigen ob es das Wort aufklinken überhaupt gibt, scheint aber so.

Mein Fazit: Ein Frank Herbert Buch das man eindeutig nicht gelesen haben muß. Es gibt sehr sehr viel bessere. Die Story war lahm, der Stil nicht gut. Nächstes Mal erwische ich hoffentlich wieder eins, das wie die McKie Bücher oder Dune ausfällt.


☉-Station Sonne

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