Freitag, 26. August 2011

Der Weg der Könige

Infos zum Buch:
Der Weg der Könige
Die Sturmlich-Chroniken Teil 1
von Brandon Sanderson
Verlag: Random House Audio
Laufzeit: 28Std (ungekürzt)
ISBN: 3453267176
39,95€ bei Audible
Klappentext:
Roschar ist eine sturmumtoste Welt, die über Jahrtausende von übermenschlichen Kriegern regiert wurde, deren Schwerter jedes Leben auslöschen konnten. Doch die Krieger sind verschwunden und Roschar droht zu zerfallen. Das Schicksal der Welt liegt nun in den Händen derer, die es wagen, die magischen Schwerter zu ergreifen...

Mit "Der Weg der Könige" eröffnet Brandon Sanderson das große Fantasy-Epos des 21. Jahrhunderts und zieht seine Leser in eine Welt, wie sie noch nie zuvor in der Literatur erschaffen wurde.
[Quelle: Audible]


Dieses Hörbuch habe ich mir gekauft, weil es mir eine außergewöhnliche und neue Welt versprach. Also nicht das Hörbuch selbst, sondern eine Rezension dazu. Und es stimmt wirklich, es ist eine Welt, die sich nach den sogenannten Großstürmen richten muß. Die Tiere haben Schalen entwickelt, in die sie sich zurückziehen können, ebenso wie die Pflanzen. Beleuchtet wird nicht mit Feuer, Öl oder ähnlichem, sondern mit Edelsteinen, die durch die Großstürme aufgeladen werden. Gleichzeitig dienen diese Edelsteine als Zahlungsmittel.
Soviel zu der Welt, die durchaus interessant ist.

Leider passiert von der Handlung her nicht so viel, ich hatte das Gefühl, dass der erste Band eher dazu diente die Charaktere vorzustellen. Begonnen hat das Buch mit einem Mord, der Voraussetzung für die spätere Handlung ist. Man erlebt ihn aus der Sichtweise des Attentäters, dem man auch später ein- zweimal wieder begegnet. Danach lernt man die eigentlichen Hauptpersonen des Buches kennen. Ein Mann, kaum dem Knabenalter entwachsen, hat sich für die Armee gemeldet und soll nun das erste Mal auf dem Schlachtfeld kämpfen. Kurz vor Beginn wird er noch einmal versetzt, in Kaladins Einheit. Diese ist dafür bekannt, dass kaum jemand im Kampf stirbt und der Hauptmann selbst wird als sturmgesegnet bezeichnet.
Wieder ein Szenenwechsel. Shallan ist auf der Suche nach Hellheit Jasnah um ihr Mündel zu werden. Jasnah ist eine umstrittene Wissenschaftlerin und die Schwester des Königs. Und sie hat einen funktionstüchtigen Seelengießer, der eigentliche Grund für Shallans Interesse an der Frau.
Nun folgt die Vorstellung des letzten wichtigen Charakters. Dalinar, der Onkel des Königs, ein Großprinz und Anführer einer großen Armee, die auf der zersplitterten Ebene für den König kämpft. Er leidet seit kurzem unter Visionen, die ihn immer während Großstürmen heimsuchen. Außerdem hat ihn der Tod seines Bruders verändert, er denkt mehr über das Königreich und die Großprinzentümer nach und beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Krieges. Dies hat ihm neuerdings den Ruf eines Feiglings eingebracht und die Leute munkeln schon er sei verrückt geworden.

Nachdem alle Charaktere einmal vorgestellt wurden, wechseln die Szenen unregelmäßig zwischen den Personen. So folgt man sehr sehr lange Zeit Dalinar und darf ab und zu Kaladin über die Schulter schauen bis man Shallan fast schon komplett vergessen hat. Und dann taucht sie plötzlich wieder aus der Versenkung auf. Ab und zu sind diese Szenenwechsel begleitet von Zeitsprüngen in der Geschichte.
Durch diese ellenlange Vorstellung der einzelnen Personen lernt man alle recht gut kennen und fast alle sind schlüssig aufgebaut. Nur Shallan macht mir zu schaffen. Sie ist eine junge Frau, die für eine Adlige keine sonderlich gute Erziehung genossen hat. Am Anfang wird sie als sehr schüchtern bezeichnet und sagt es auch von sich selbst. Gleichzeitig hat sie aber eine sehr schlagfertige Zunge. Ich finde das passt nicht wirklich zusammen und sie kommt sowieso nicht schüchtern und zurückhaltend rüber. Eigentlich sollte bei ihr eine Entwicklung vom Mauerblümchen zur selbstbewussten Frau dargestellt werden, das ist dem Autor nicht gelungen, sie wirkt von Anfang an selbstbewusst.
Jasnah dagegen ist von Beginn an eine Frau, die weiß was sie will und eine genaue Vorstellung davon hat wie man sich ihr gegenüber zu benehmen hat. Ihren Onkel kann ich leider überhaupt nicht leiden. Ein klitzekleines Problem, wo es doch wirklich sehr viele ellenlange Kapitel mit ihm gibt. Mich interessierten seine Probleme mit dem König und den Großprinzen einfach überhaupt nicht. Beziehungsweise wurden sie für mich nicht interessant dargestellt.
Kaladin finde ich dagegen wiederum sympathisch. Er hat ein großes Herz und sein Vater hat ihm beigebracht Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, die schwächer sind als er und seiner Hilfe bedürfen. Gleichzeitig ist er ein begnadeter Krieger und guter Taktiker, gefällt mir^^
Ich denke trotzdem, dass meine Lieblingscharaktere eher Nebencharaktere sind. Zum einen ist da natürlich der Mörder in Weiß und Fels der Hornesser. Bei Jasnah bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber irgendwie mag ich sie auch.
Ich bin mir auch noch nicht sicher ob Kaladin der Hauptcharakter ist oder Dalinar. Kaladin wird zwar eher eingeführt, kommt später aber etwas kurz. Wenn wirklich Dalinar der Hauptcharakter ist dann gute Nacht -.- Ich glaube ich mag sogar Sadeass lieber als ihn..
Da mit Band 1 hoffentlich die Vorstellung der Charaktere abgeschlossen ist, könnte Band 2, "Der Pfad der Winde", recht interessant werden. Die Story fängt jetzt richtig an, Shallan hat ihren ersten Schachzug getan und Kaladin seine Besonderheit unter Beweis gestellt. Ich möchte gerne erfahren wie es mit beiden weiter geht.
Wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist die deutsche Version von "Der Weg der Könige" leider um einige hundert Seiten kürzer als das Original, wem die Story also gefällt darf sich wohl auf über 10 Bücher dieser Reihe freuen. Ob sie mich so lange fesseln kann weiß ich aber noch nicht.
Was mir zu Anfang auch sehr gut gefallen hat waren die kleinen Texte, die den Kapiteln vorangingen. Später verloren sie aber an Kontinuität. Manchmal fehlten sie ganz und leider waren es auch später kaum noch "gesammelte" Texte, das hat mich oft verwirrt und mir hat die Idee so gut gefallen, dass ich sie am Ende wirklich vermisst habe.

Die Hörbuchversion wurde von Detlef Bierstedt gelesen, was mir als Offenbarung-Fangirlie natürlich große Freude bereitet hat. Frauenstimmen sollte er vielleicht noch üben, aber trotzdem hat er jedem Charakter eine andere Stimme verliehen. Mir hat das Hörbuch auf jeden Fall sehr gut gefallen.

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