Mittwoch, 13. Juli 2011

gebissen

Infos zum Buch:
gebissen
von Boris Koch
Verlag: Heyne Verlag
447 Seiten
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 9783453525689
9,95 € bei Amazon
Klappentext:
Alex lebt als Journalist und DJ in Berlin. Das ziellose Treiben der Großstadt ist sein Zuhause, doch nachts wird er immer wieder von düsteren Alpträumen aus seiner Kindheit geplagt - damals wurde er von einer unheimlichen Kreatur angefallen und gebissen. Seither lässt ihn dieses Ereignis nicht mehr los. Als er der jungen Danielle begegnet, gerät sein Leben vollends aus den Fugen, ihr geheimnisvolles Wesen scheint einen dunklen Sog zu entfesseln, der ihn mitzureißen droht. Nach einer leidenschaftlichen Nacht verschwindet Danielle spurlos, gleichzeitig bricht Alex' alte Narbe wieder auf, das einzig sichtbare Zeichen seiner Alpträume. Was geschieht nur mit ihm? Und was hat das alles mit der unheimlichen Mordserie zu tun, die Berlin in Angst und Schrecken versetzt? Alex muss feststellen, dass etwas Dunkles in ihm erwacht ist. Etwas, das nach dem Blut der Menschen dürstet...

Dies wird die erste Rezension, die ich fortlaufend schon während ich das Buch lese, schreibe. Normalerweise habe ich mir bis jetzt immer nur kurze Notizen oder nicht einmal das gemacht. Warum das bei diesem Buch anders ist wird man hoffentlich erfahren während man die Rezi liest^^

Das Buch habe ich vom Grabbeltisch. Ich hatte hier darüber berichtet.
Ich mußte also 4 Bücher kaufen um die Einzelnen billiger zu bekommen. Wirklich leicht war es nicht welche zu finden, die mich sehr ansprachen. Und warum ich letztendlich zum Vampirbuch gegriffen habe weiß ich nicht. Seit ich "Biss" gehört habe fällt es mir schwer moderne Vampirgeschichten zu lesen ohne sie mit der Erfolgsreihe (die ich noch nicht einmal total überzeugend fand) in Verbindung zu bringen. Dazu erinnerte mich der Klappentext auch noch an "Wir sind die Nacht" (ohne dass ich das Buch gelesen oder den Film gesehen hätte >.<) Aber nach den ersten Seiten zu Urteilen war es kein Fehlgriff und wer weiß, vielleicht schaffe ich es endlich meine Vorurteile jedem Vampirroman gegenüber loszuwerden.

Ich habe gerade die ersten 45 Seiten gelesen. Diese umfassen einen Prolog (oh mein Gott wann habe ich das letzte Mal ein Buch mit einem Prolog gelesen? Ich liebe Pro- und Epiloge!!) und das erste Kapitel.
Der Prolog spielt 23 Jahre vor der eigentlichen Handlung. Man lernt den Hauptprotagonisten zu seiner Kinderzeit kennen. Die kleine Szene spielt im Sommer auf dem Land und ich habe begeistert festgestellt, dass ich die drei Jungs sofort bildlich vor Augen hatte. Der Autor hat diese Landschaft und das Spiel wirklich so toll beschrieben, dass man der Meinung ist es könnte und kann sich wirklich so abspielen, wenn drei Jungen in den Sommerferien zusammen sind.
Auch im ersten Kapitel gab es eine Szene in der ich nur "Genau! Gib's ihm!" gedacht habe. Dort geht es um Gothics und Satanisten und ich muß sagen, ich stimme mit Alex voll überein!
Ich bin gespannt ob mich das Buch über die ganze Länge fesseln und begeistern kann und ob ich einen neuen Schmankerl entdeckt habe..

Inzwischen bin ich auf Seite 115 angekommen. An einem Tag! Das ist ziemlich viel für mich.. Und das anfängliche Hochgefühl ist leider etwas verschwunden. Wenn Alex' versucht seine innere Gefühlswelt zu erklären fängt er an sich zu wiederholen, außerdem ist das auch alles ein wenig verwirrend. So findet er eine Frau gleichzeitig extrem anziehend und abstoßend. So richtig vermitteln kann er es aber nicht. Gleichzeitig kann man aber doch irgendwo nachvollziehen wie es ihm geht, wie häufig hat man nicht selbst das Problem sich nicht klar ausdrücken zu können wenn es um komplizierte Gedanken und Gefühle geht? Außerdem kommt langsam Spannung auf.. Die ersten Vampire durfte man kennenlernen und ich Frage mich die ganze Zeit was Alex' Vergangenheit damit zu tun hat^^

Die nächsten ca. 60 Seiten sind geschafft und es folgte wieder viel Zwiespalt in Alex' Gefühlswelt (was ich immer noch nicht gut ge- und beschrieben finde), ein Zeitungsartikel bei dem man sich fragt was der jetzt mit der ganzen Geschichte zu tun hat und ein kleines Kapitel in dem eine Frau eine kleine Hauptrolle übernommen hat. Nur zu welchem Zweck? Es bleibt spannend..

Die Hälfte ist rum und endlich geht's so richtig mit den Vampiren los! Aber nicht nur mit den Vampiren, auch Nephilim spielen eine wichtige Rolle, bzw. eine ganz bestimmte Nephilim. Und auch die liebe Sandy bekommt wohl noch eine größere Rolle und ihre Warnung an Alex wird sie wohl ernst nehmen, ich freue mich schon drauf *Händereib*
Was bleibt sind die wahnsinnigen Qualitätsunterschiede im Schreibstil.

150 Seiten an einem Tag, das ist fast ein Rekord für mich! Naja.. die Schrift ist aber auch relativ groß.. Bei diesen ganzen Seiten hatte ich eigentlich nichts zu meckern, sie waren durchweg gut und spannend geschrieben. So wie der Anfang, der mich gefangen nahm. Das Einzige was mich immer noch stört ist die halbherzige Erklärung zu Alex' Erwachen.. Da lässt man am besten die eigene Fantasie spielen und denkt sich selbst was aus.

Und.. fertig!!
Der gute Schreibstil hat sich bis zum Ende durchgezogen, ein Glück! Natürlich spitzten sich die Ereignisse auf den letzten Seiten dramatisch zu und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen (was ziemlich blöd war, ich habe auf der Fahrt zur Arbeit gelesen und musste mich dann von Pause zu Pause hangeln..).
Der Schluß kam für mich nicht sonderlich unerwartet, hatte ich mir doch so etwas gedacht. Meinen Spaß hatte ich daran trotzdem noch.

Mein Fazit ist also, trotz kleiner Schreibstilschlappen war das Buch unterhaltsam und ich habe es gerne gelesen (sonst wäre ich auch nicht so schnell durch gekommen). Es ist ein nettes kleines Buch für Zwischendurch. Die total super durchgestylte Story, die einen fasziniert, sollte man aber nicht erwarten. Wie sagt man so schön? Kurzweiliger Lesespaß?
Kein neuer Schmankerl, aber ein Buch dass ich trotzdem empfehlen würde. Es hat keinerlei Ähnlichkeiten zu "Biss" und genauso will ich Vampirromane haben! Noch so ein Buch und ich bin vielleicht geheilt..^^
Zum Cover möchte ich noch sagen, dass es überhaupt nichts mit dem Buch zu tun hat. Wenn ich mich nicht irre ist die Stadt darauf auf keinen Fall Berlin und Vampire, die sich in Fledermäuse verwandeln, kommen auch nicht vor. Nett sind die Seitenklappen trotz kleinem Format, so habe ich dieses Mal komplett auf ein Lesezeichen verzichtet. Nicht so toll ist die Farbe.. Ich schnappe mir meine Bücher bei der Arbeit auch gerne vor dem Händewaschen schon und jetzt ist es nicht mehr ganz so frisch weiß sondern hat vereinzelte graue Flecken >.< Aber was soll's, ist ja eh ein Mängelexemplar *hust* Das Weiß vermittelt übrigens auch von Anfang an, dass man es nicht mit einem düsteren Vampirroman zu tun hat, vielleicht das einzige  am Cover, das den Inhalt widerspiegelt.
Den Titel mag ich übrigens sehr, einfach und passend!

1 Kommentar:

  1. Ungewöhnlich, aber sehr spannend! Schön zu verfolgen wie du dich Stück für Stück weitergelesen hast und welche Eindrücke du dabei hattest. Obwohl ich ja eigentlich gerade einen Bogen um Vampirromane mache, fand ich deine Rezension sehr erfrischend zu lesen! :)

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