Mittwoch, 13. Juli 2011

Die Biomaten

Infos zum Buch:
Die Biomaten
von W. L. Mann
Verlag: Heyne Bücher
140 Seiten
Erscheinungsjahr: 1971
ISBN: nicht bekannt
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Klappentext:
Unter Psychokontrolle
Die junge Ella Harrings ist eine Versuchsperson des Psycho-Kontrollzentrums. Zusammen mit Harry, ihrem Mann, und Selena, einer Robotgefährtin, lebt sie in der Superstadt, deren robotische Einrichtungen darauf spezialisiert sind, die Bedürfnisse und Wünsche aller Einwohner mit technischer Perfektion zu erfüllen. Der Preis, den die Menschen für ihr Leben in der Sadt zahlen müßen, ist die absolute Anpassung an die Norm. Ella Harrings ist dieser Preis zu hoch. Sie ist nicht gewillt, ihre Individualität aufzugeben. Sie flieht aus der Stadt und hofft auf ein neues Leben unter den "Dirties", die die Städter verachten. Ella weiß jedoch nicht, daß sie immer noch unter Psychokontrolle steht...

Die Science Fiction Challenge hat mich dazu bewogen mal in den Tiefen unseres Bücherregals zu wühlen und eins der uralten Bücher auszugraben, die wir einst als Beiwerk zu Frank Herbert Büchern dazu bekamen..
Die Auswahl war groß, keine Ahnung warum meine Wahl auf "Die Biomaten" fiel.. Wahrscheinlich war es eine Kombination aus Titel, Cover und Länge.. Ich hatte mal wieder Lust auf ein kurzes Buch.
Allerdings habe ich im Nachhinein das Gefühl, das Buch sei mindestens 300 Seiten stark gewesen und nicht nur knapp 150..

Ella hat ein großes Problem mit ihrer Umwelt, sie lebt in einer gigantischen Stadt in der alles automatisiert ist. Maschinen steuern den gesamten Tagesablauf, achten auf die Gesundheit der Menschen und nehmen ihnen jede erdenkliche Arbeit ab. Doch irgendetwas sträubt sich in Ella gegen diese Automatisierwut. Und besonders zuwider sind ihr die Biomaten. Roboter in menschlicher Gestalt.
Sie weiß nicht was ihre Aversion gegen sie auslöst, sie weiß nur, dass sie Selena aus dem Haus haben möchte. Ihr Ehemann Harry jedoch versteht die Abneigung seiner Frau nicht und weigert sich den Vertrag, durch den Selena zu ihnen kam, zu brechen.
Was Ella nicht ahnt, sie wird beobachtet. Jim arbeitet im PCC (Psycho-Control-Center) und seine Aufgabe ist es durch die Augen von Biomaten Menschen zu überwachen und Fehlverhalten zu erkennen und zu korrigieren.
Ella bringt er besondere Aufmerksamkeit entgegen. Die Art und Weise wie sie sich gegen die Biomaten wehrt fasziniert ihn. Denn er kann ihre Art zu denken nicht nachvollziehen, für ihn sind Biomaten etwas ganz natürliches und nützliches. Jim setzt viel daran Ella die positiven Seiten der Automaten nahezubringen und überschreitet damit sogar seine Kompetenzen. Er bringt Ella zu den sogenannten Dirties. Menschen die außerhalb des Systems leben und nach Rückschritt trachten statt nach Fortschritt. Doch auch das bringt Ella nicht auf den rechten Weg zurück. Ella scheint verloren..

Es war wirklich mal eine Bereicherung ältere Science Fiction zu lesen. So ging der Autor zum damaligen Zeitpunkt davon aus, dass Lochkarten der ewige Stand der Dinge sein würden und man Filme immer über Videostationen angucken würde.
In der heutigen Zeit lächelt man darüber, aber ich habe mich gefragt, wie die Menschen in 40 Jahren wohl die heutige Science Fiction sehen werden. Ob sie sie auch mit einem Schmunzeln lesen oder ob sie sie überhaupt lesen..
Mit dem Schreibstil hatte ich überhaupt keine Probleme, mit der Storyline schon ein wenig mehr. Obwohl das Buch nur so kurz ist, fand ich dass die Geschichte nur sehr langsam in Schwung kommt. Außerdem lässt der Autor den Leser über ein sehr wichtiges Detail im Unklaren, macht aber immer Andeutungen und bezieht sich auf dieses Detail. Das macht die Geschichte ein wenig kompliziert und schwer nachvollziehbar.
Dementsprechend schleppend kam ich beim Lesen auch voran. Der Schluß kam dann auch nicht überraschend, ich hatte mir so etwas schon gedacht. Über das fast-Happy-End habe ich mich aber wirklich gefreut.
Was mal wieder absolut faszinierend ist, ist der Klappentext.. Also entweder habe ich vom Buch rein gar nichts richtig verstanden, oder ein Teil des Textes ist mal wieder so richtig schön falsch. Ich vermute letzteres.
Das Cover finde ich dagegen richtig faszinierend. Die nackte Frau hat zwar nichts direkt mit der Geschichte zu tun( höchstens im übertagenem Sinn und soll wohl eher die Verkaufszahlen steigern) und auch das seltsame Männergesicht nicht wirklich, aber irgendwie erinnert mich gerade dieses an den Film-Voldemort..

Wegen Ellas undurchsichtiger Gefühlswelt und der dadurch so schleppenden Story auf gerade mal 140 Seiten ist dieses Buch für mich nur ein 4 Sterne-Buch.

Das Buch nehme ich für Station ♄ - Saturn.

1 Kommentar:

  1. Es gab also schon vor 40 Jahre ganz klassische Cockteaser. ^^
    Danke für die Rezension, las sich interessant. :)

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