Freitag, 20. Mai 2011

Das Dosadi Experiment

Infos zum Buch:
Das Dosadi Experiment
von Frank Herbert
Verlag: Heyne
285 Seiten
Preis unterschiedlich da meist gebraucht
Klappentext:
Vorsicht, der Klappentext enthält SPOILER!!!
Unterstützt von einem Caleban, einer intelligenten Sonne, führen die Gowachim, eine ursprünglich amphibische Rasse, auf Dosadi seit 20 Generationen unter dem Schutz eines unpassierbaren tempokinetischen Energiefeldes ein Experiment durch. Auf engstem Raum zusammengedrängt und inmitten einer giftigen Umwelt leben mehr als 300 Millionen Nachkommen verschleppter Menschen und Gowachin unter unvorstellbaren Bedingungen. Der Existenzkampf ums nackte Überleben sollte ursprünglich die rassisch wertvollsten Exemplare hervorbringen, um der Führerschicht der Gowachim Körper von einzigartiger Qualität für den Körpertransfer zu liefern.

Doch inzwischen ist Dosadi zu einer Bombe geworden, vor der selbst ihre Schöpfer Angst haben. Sie wollen das Experiment stoppen und den Planeten vernichten. Jorj X McKie ist einer der wenigen Menschen, die vielleicht noch etwas unternehmen können. Er lässt sich direkt in die Hölle transportieren. Und er hat ganze 60 Stunden Zeit, um eine Lösung zu finden und die Dosadi-Bombe zu entschärfen.

SPOILER ENDE
Eine Hammerlektüre, die mir wieder einiges abverlangte. Manchmal ist es so verdammt schwierig Frank Herberts Gedankengängen zu folgen.. Aber zum Glück schrieb er Science Fiction, so kann ich mir selbst einreden, dass es normal ist, wenn man nicht alles versteht, unser Verstand ist halt noch nicht dafür gemacht solche unfassbaren Dinge zu begreifen ;)

Das Dosadi Experiment hat mich schon ziemlich stark an Dune erinnert. Einige Elemente tauchten ja schon beim letzten Caleban auf, wie Stuhlhunde und Galach, aber hier kamen die typischen Kapiteleinleitungen noch hinzu. Wenn ich mir inzwischen einbilde Dune fast gänzlich zu verstehen, stand ich beim Dosadi Experiment doch häufig auf dem Schlauch. Allein die Regeln der Gerichtsverhandlungen und wie McKie und Jedrick Schlüsse aus noch so kleinen Andeutungen ziehen.. Naja.. ich Frage mich nach solchen Büchern immer ob es an mir liegt wenn ich Passagen nicht verstehe oder ob der Autor über einen außergewöhnlichen Geist verfügte..
Aber jetzt möchte ich kurz etwas zum Inhalt schreiben, ohne Spoilerwarnung..

Das Dosadi Experiment spielt einige Zeit nach Der letzte Caleban. Fannie Mae und McKie sind Freunde geworden und der Caleban kann sich inzwischen sehr verständlich ausdrücken.
Doch trotz ihrer Freundschaft verweigert Fannie Mae Auskunft über den mysteriösen Planeten Dosadi. Ein calebanischer Vertrag verbietet es ihr und wir wissen ja, dass Calebaner mit ihren Verträgen sehr streng sind.
Durch Zufall sind Informationen über einen gewissen Planeten, auf dem augenscheinlich ein Verbrechen an der Bevölkerung verübt wird, im Büro für Sabotage aufgetaucht und McKie soll dem nachgehen. Vorher wird er von den Gowachin nach Tandalur beordert wo er in den Stand des Legums berufen wird, eine Art Anwalt der Gowachin. McKie soll persönlich nach Dosadi reisen und die Verhältnisse und Bewohner dort kennenlernen. Und er soll einen Weg finden Dosadi zu retten. Die Bewohner Dosadis könnten gefährlich für die Geistesgemeinschaft werden, wenn sie von Dosadi entkommen würden. Die Alternative wäre Dosadi zu zerstören.
Auf dem Planeten bemerkt McKie schnell, dass er nur unzureichend auf die Situation vorbereitet wurde. Er trifft auf Keila Jedrick, die Anführerin einer Rebellengruppe. Diese zeigt ihm sehr deutlich seine Unzulänglichkeiten auf, dabei ist McKie einer der schlausten Köpfe des Universums. Doch Jedrick ist noch weitaus intelligenter wie er und irgendwie schauen alle Dosadis mitleidig auf ihn hinab. Aber McKie lernt schnell, nach nur zwei Tagen hat er die Denkweise der Dosadis verinnerlicht und verdient sich schnell Jedricks Respekt. Gemeinsam tüfteln sie letztendlich den finalen Plan aus Dosadi zu retten.

So, ich glaube damit habe ich so gut wie nichts verraten. Dieses Buch hält so extrem viele Details bereit.. Es ist unglaublich. Aber nichts anderes hatte ich von Frank Herbert erwartet.
Die Figuren der Dosadis erinnern mich stark an eine Mischung aus Bene Gesserit und Mentaten, wobei die Fähigkeit der Mentaten überwiegt. Aber man merkte schon im Caleban, dass Herbert etwas für Übermenschen übrig hat. Ich werde jetzt erstmal wieder leichtere Kost genießen und empfehle den Caleban und das Dosadi Experiment all denen, die sich mal an schwer verdaulicher Science Fiction versuchen wollen. Sie erweitern auf jeden Fall den Horizont, wenn nicht durch die Story, so sicherlich durch den Schreibstil.

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