Sonntag, 24. April 2011

Erebos

Infos zum Buch:
Erebos
von Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
485 Seiten
14,95€ bei Amazon
Klappentext:
Nick ist süchtig nach Erebos, einem Computerspiel, das an seiner Schule von Hand zu Hand weitergereicht wird. Die Regeln sind äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er muss dabei immer allein sein und darf mit niemandem über Erebos reden. Wer dagegen verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Was aber am merkwürdigsten ist: Erebos erteilt Aufträge, die nicht in der virtuellen Welt, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Fiktion und Realität verschwimmen auf irritierende Weise. Und dann befiehlt das Spiel Nick, einen Menschen umzubringen...

So, ich habe mein Geburtstagsbuch durch. Und Suchtis verstehen sich halt untereinander, ich fand es echt klasse, Slyth!
Auch wenn ich froh bin, dass WoW sich nur brav in der virtuellen Welt bewegt, Erebos müsste ich nicht haben.. Wobei sich Götterfunken ganz interessant anhört.. Aber alles nur Fiktion, seufz, kommen wir zum Buch..

Ich kann nicht beurteilen, wie jemand dieses Buch finden würde, der keine Erfahrung mit Online Rollenspielen hat. Mich hat Erebos allerdings dank dieser Thematik fast augenblicklich gefesselt, nur zu gut kenne ich das Gefühl in eine neue, spannende Welt geworfen zu werden und mit meiner Spielfigur diese erkunden zu dürfen. Auch die Verzweiflung nach dem Rausschmiss kann man nachvollziehen, wen ärgert es nicht wenn man sich auf ein paar Stunden entspanntes zocken freut und die Server sind down?

Aber gut.. zum Inhalt.
Einige Schüler in Nicks Klasse verändern sich plötzlich, sie werden geheimniskrämerisch und fehlen im Unterricht und in Sportclubs. Nick kann die ganze Sache nicht verstehen und findet das alles ziemlich dämlich, bis er selbst einen Rohling mit einem Spiel angeboten bekommt.
Die Neugier siegt, er nimmt es, natürlich in der festen Überzeugung nicht so blöd wie seine Mitschüler zu werden.
Allerdings vergebens, Erebos nimmt ihn schnell für sich ein. Das faszinierende an dem Spiel? Es scheint intelligent zu sein, denn es weiß wer du bist, was du magst und beantwortet all deine Fragen logisch, außerdem ist es so verdammt realistisch.
Um im Level aufzusteigen muß man unter anderem Aufträge außerhalb der virtuellen Welt erledigen. Niemand erkennt einen Sinn dahinter und so werden sie eben ausgeführt.
Erst als Nick seinem Lehrer eine Überdosis Herzpillen in den Tee tun soll, er sich weigert und daraufhin selbstverständlich rausfliegt, macht er sich Gedanken, ob nicht mehr hinter Erebos steckt.
Gemeinsam mit seiner Flamme Emily und dem in der Computerszene bekannten Victor macht er sich daran das Geheimnis hinter Erebos zu lüften.

Natürlich steht dieses Buch dem MMORPG Genre auch skeptisch gegenüber, soll warnen, was in der Zukunft mal passieren könnte. Zum Glück stehen diese roten Warnsignale nie im Vordergrund und schwirren einem nur im Hinterkopf rum. Als Spieler sieht man das ganze auch nicht so negativ. Diese Technik wäre, wenn sie möglich wäre (was sie denke ich momentan nur in der Theorie ist), mit einem extrem hohen Aufwand verbunden und deshalb würde sie wohl kaum jemand realisieren. Außerdem müsste man die Spieler erstmal von WoW wegbekommen :P Ne, Scherz beiseite.
Ich habe das Buch einfach als gute Unterhaltung sehr genossen. Der Hauptcharakter Nick war mir von Anfang an sympathisch (er hat ja sogar während seiner Suchtphase wirklich noch versucht nett zu sein) und er, sowie auch sein Nebencharakterkumpel Jamie, haben immer nachvollziehbar gehandelt. Sehr gut gefallen hat mir auch Victor, einfach ein sympathischer Freak! Emily wirkte immer etwas blass, auch wenn man hinter ihrem Charakter viel Tiefgang vermuten konnte. Ich kann das Buch auf jeden Fall (anderen Suchtis) weiterempfehlen!

Ps. Ich habe gerade entdeckt, dass es eine Hörbuch Version mit Jens Wawrczeck als Sprecher gibt, davon muß ich mir unbedingt eine Hörprobe besorgen^^

Kommentare:

  1. Mir hatte das Hörbuch sehr gut gefallen. Der Sprecher macht seine Sache sehr gut und die Kürzungen sind so dezent vorgenommen, dass man sie nur bemerkt, wenn man das Ganze mit dem Buch vor der Nase hören würde. ;) Allerdings gibt es hier und da Perspektivwechsel (halt die Passagen, die kurz aus "Erebos" Sicht geschrieben sind), die beim Hören leicht irrieren, weil man erst einmal begreifen muss, dass hier nicht Nick zu Wort kommt.

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  2. Das Gleiche hat man auch wenn man es liest^^ Diese Passagen sind nur durch einen Absatz getrennt und tauchen manchmal am Ende eines Kapitels auf, etwas verwirrend am Anfang..^^

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  3. Ich fand das im Buch aber schon deutlicher erkennbar - beim Hörbuch benötigte ich deutlich länger, um den Perspektivwechsel zu registrieren. ;)

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