Dienstag, 25. Dezember 2012

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! ..oder so..

Guten Morgen!
Bei euch ist noch der 25. Dezember, bei mir schon der 26. Trotzdem bin ich immer noch pünktlich.. Wenn auch zugegebenermaßen etwas spät..

Ich hoffe ihr hattet alle eine wunderschöne Adventszeit, einen ruhigen Heiligabend und einen besinnlichen ersten Weihnachtsfeiertag!

Leider mache ich mich in letzter Zeit auf diesem Blog ein wenig rar.. Es stehen einige Rezensionen aus (eine ist sogar fertig, Schande auf mein Haupt), aber irgendwie schreibe ich momentan hauptsächlich an einem anderen Blog. Es tut mir leid -.-
Mein Vorsatz für das neue Jahr: Blätterrauschen nicht vergessen!

Mein Weihnachten war dieses Jahr übrigens.. hm... anders :)

Wer möchte kann gerne einen Blick auf meinen anderen Blog werfen und lesen wie ich Weihnachten in Japan verbracht habe.

Ginkgoleafs Bis dahin wünsche ich euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Montag, 10. Dezember 2012

[Ich höre] 1Q84 Band 3

1Q84 Band 3
Als Tengo seinen komatösen Vater im Krankenhaus besuchen will, findet er in dessen Krankenbett eine Puppe aus Luft vor, die ein Abbild Aomames als junges Mädchen in sich birgt. Er greift nach ihrer Hand, und eine unsichtbare Verbindung entsteht. Fortan wartet Tengo darauf, der Puppe nochmals zu begegnen, doch vergebens. War das Signal nicht stark genug, um die zwischen Leben und Tod schwankende Aomame zu retten? Unterdessen setzt die gefährliche Sekte alles daran, um den Mord an ihrem Leader aufzuklären. Aomames Spur wird von einem so unheimlichen wie unangenehmen Agenten aufgenommen. Er ermittelt mit tödlicher Präzision, doch schließlich bringt er mehr in Erfahrung, als gut für ihn ist.


Eigentlich schreibe ich ja nichts zu Büchern, wenn ich sie gerade lese..
Aber hier mache ich doch mal eine Ausnahme. Da immer noch zwei Rezensionen ausstehen, mag ich nicht so lange warten bis die zu 1Q84 an der Reihe ist..

Die Geschichte in 1Q84 spielt in Tokyo. Und an der Stelle, an der ich gerade bin, ist zufälliger Weise Dezember. Nun.. wie ihr vielleicht wisst, wohne ich gerade in einer Nachbarstadt von Tokyo und es ist Dezember :)
Lustigerweise tauchen jetzt oft Elemente aus dem Buch auch in der Wirklichkeit auf. Ich glaube daran merkt man, wenn ein Autor Ortskenntnis besitzt..
Zum Beispiel trinkt einer der Charaktere in einer Bar einen Highball nach dem anderen. Vorgestern habe ich bei der Mülltour nun gleich eine Dose Suntory Highball entdeckt und gestern eine Highballbar in Roppongi.
Im Buch gab es gerade ein paar warme Tage, an denen sich die Menschen ohne Jacke in die Sonne setzten und das tolle Wetter genossen. Kaum ging aber die Sonne langsam unter, kam ein frischer Wind auf und es wurde kalt.
Genau dasselbe erlebe ich hier gerade auch. Die letzten beiden Tage, und heute auch, sind sehr schön und warm (wobei es heute wieder leicht kühler ist). Anstatt mit einem langärmligen Shirt, zwei Pullovern und einem gefütterten Parka zu arbeiten, konnte ich den Parka und einen Pullover den Tag über ausziehen.
Sobald die Sonne aber langsam hinter den Häusern verschwindet, wird es gleich viel kälter und man mümmelt sich wieder ganz dick ein. Vor allem wenn der Wind auffrischt..
Man hat hier auch noch nicht wirklich das Gefühl von Winter, es ist eher noch wie Herbst. Die Ginkgos sind noch nicht kahl und die Momiji (Ahorn) strahlen auch noch in den schönsten Rottönen.
Es ist wirklich toll, dass ich das erleben darf :)

Abschließend noch einmal zum Buch: Band 3 gefällt mir eindeutig besser als Band 1+2!

Dienstag, 20. November 2012

Schwarz (Der dunkle Turm)

Infos zum Buch:
Schwarz
von Stephen King
Verlag: Random House Audio, Deutschland
Laufzeit: ca. 8Std (ungekürzt)
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN: 3453875567
7,95€ bei Amazon
Klappentext:
Auf der Suche nach dem mysteriösen "Dunklen Turm" durchstreift Roland, der letzte Revolvermann, eine sterbende Welt, wo in endlosen Wüsten und Ruinenstätten Dämonen, Sukkubi, Vampire und Geistermutanten hausen...
[Quelle: Audible]

Ursprünglich hatte ich die damals sieben Bücher von einem Kollegen geliehen bekommen. Ich war anfangs extrem skeptisch, weil sie von Stephen King geschrieben wurden. Ich muß gestehen, dass ich seit ich den Anfang von Es heimlich als Kind gelesen hatte, einen großen Bogen um diesen Autor gemacht hatte. Seine Geschichten schienen mir immer zu gruselig.

Zu Beginn fiel es mir auch tatsächlich sehr schwer mich mit schwarz und dem Sprecher der Bücher anzufreunden.
Doch schnell hatte mich diese faszinierende neue Welt in ihren Bann geschlagen und ich habe ein Buch nach dem anderen verschlungen.

Ein Revolvermann verfolgt den Mann in Schwarz durch die Wüste. Die einzigen Lebenszeichen, die der Mann in Schwarz hinterlässt, sind alte Feuerstellen, sonst nichts.
Irgendwann erreicht der Revolvermann eine Ranch und der Rancher gewährt ihm Unterkunft, Essen und Wasser. Am Abend erzählt der Revolvermann wie er ganz alleine eine ganze Stadt ausgelöscht hat und wie es dazu kam. Nach dieser Geschichte hat der Revolvermann auch einen Namen, Roland.
Er verfolgt den Mann in Schwarz schon sehr sehr lange, aber nun hat er das Gefühl ihm endlich immer näher zu kommen.
Er macht sich wieder auf den Weg in die Wüste und dieses Mal ist Roland knapp vor dem Verdursten als ihn ein kleiner Junge an einem Grenzposten rettet. Der Junge heißt Jake und sagt von sich selbst er käme aus einer großen Stadt. Allgemein spricht er sehr seltsam, erinnert sich aber auch nicht wie er in die Grenzstation gekommen ist.
Irgendetwas verbindet Roland mit dem Jungen. Gemeinsam ziehen beide weiter Richtung Berge, wo Roland hofft den Mann in Schwarz endlich zu stellen.

Faszinierend hört sich die Handlung nicht gerade an, oder? Obwohl nicht so viel passiert, merkt man gar nicht wie die Zeit vergeht. Irgendwie ist das Buch halt doch mit Inhalt gefüllt. In Schwarz beginnt schon die typische Erzählweise der dunklen Turm Reihe. Im Wechsel wird die Handlung vorangetrieben oder Roland erzählt Geschichten aus seiner Vergangenheit.

Am Anfang erfährt man nicht mal Rolands Namen, erst im Verlauf des Buches wird er nebenbei genannt. So ergeht es dem Leser mit allen Details von Rolands Charakter und Geschichte. Im Verlauf aller acht Bände lernt man Roland durch diese Episoden erst richtig Stück für Stück kennen, erfährt warum er den Turm sucht und zu dem Mann geworden ist, den wir in Schwarz zum ersten Mal treffen.

Eben dieser Stil macht Roland und die Bücher so interessant. Zusammen mit der extrem seltsamen Welt und der Vermischung vieler unterschiedlicher Elemente. So findet man den Revolvermann als Element des Wilden Westens, man reist durch verschiedene Realitäten, wechselt zwischen Welten und besucht hochentwickelte technische Labors. Dazu gibt es immer wieder eine kleine Prise Magie.
Stephen King hat mit der dunklen Turm Reihe meiner Meinung nach ein außergewöhnliches Werk geschaffen, das Elemente auf wundersame Weise verbindet von denen man eigentlich nicht denkt, dass sie jemals zusammen passen könnten.
Ich habe Schwarz jetzt nach einigen Jahren wieder gehört und bin immer noch begeistert. Ich freue mich schon tierisch auf den nächsten Band "drei".

Der Sprecher, Vittorio Alfieri, ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Viele bezeichnen ihn als Schlaftablette. Ich sehe das anders. Er ist ein Sprecher, den man nicht oft zu hören bekommt, deshalb kann er dieser Buchreihe einen unvergleichlichen Stil geben, der meiner Meinung nach nicht nur gut passt, sondern mithilft die Hörbücher zu etwas Besonderem zu machen.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Arbeit..

Ich habe euch nun schon ein wenig über den Sommer in Japan berichtet, jetzt möchte ich euch ein bisschen über die Arbeit erzählen..






Ich bin als Gärtnerin in Japan. Das ist äußerst ungewöhnlich. Jeder vermutet, dass ich in Deutschland studiere und hier nun Auslandssemester mache.
Inzwischen kann ich mich was das angeht aber relativ gut verständlich machen.

Die Firma, in der ich arbeite, ist eine Gartenbaufirma. 
Sie kümmert sich leider weniger um Privatgärten als um öffentliches Grün, aber auch das kann sehr spannend sein.
In Deutschland hatte ich bis dahin nur im Botanischen Garten gearbeitet. So vielseitig die Pflanzenwelt dort war, so habe ich dort nichts halbes und nichts ganzes gelernt. Meine Ausbildung bestand im Prinzip aus einer Hälfte Staudengärtner und zur anderen aus Garten- / Landschaftsbau. Beides habe ich nicht intensiv gelernt. Deshalb kommen mir hier jetzt viele Dinge bekannt vor, aber ich lerne auch sehr viel Neues.
Die ersten Monate war ich fast ausschließlich der Kōen-kanri Truppe zugeteilt. Sie besteht eigentlich aus zwei Leuten, aber am Anfang waren wir oft zu viert unterwegs, später nur noch zu dritt.
Um die Kōens und diesen Arbeitsplatz zu verstehen, muß ich erstmal erklären was sie sind und wie sie genutzt werden.
Kōen bedeutet übersetzt einfach "Park". Nun sind sie aber nicht unbedingt das was wir Deutschen uns unter einem Park vorstellen.. Die meisten Kōen würden wir als Kinderspielplätze bezeichnen.
Sie sind kleinere oder größere Freiflächen mit ein paar Bäumen und Büschen, Schaukeln, Klettergeräten, Sandkisten und Bänken. Auf manchen findet man auch Rasen, auf anderen nicht.
Diese Kōen werden nun wirklich vielfältig genutzt. Morgens früh essen dort gerne Angestellte auf dem Weg zur Arbeit ihr Frühstück und lesen Zeitung. Oder Erwachsene legen während des Joggens ein Päuschen dort ein. 
Gegen 9h kommen die ersten Mütter mit ihren Kindern in die Parks. In Japan ist es noch üblich pro Familie zwei Kinder zu haben, weshalb es noch sehr viele Kinder gibt. Zumindest kommt es mir so vor als gäbe es hier mehr Kinder als in Deutschland. Genaue Vergleiche habe ich mir nicht angesehen.
Gegen Mittag gehen die Mütter mit den Kindern wieder nach Hause um dort zu essen. Nun kommen als allen Ecken Angestellte aus nahe gelegenen Firmen oder Bauarbeiter oder sonstige Leute, die draußen arbeiten. Jetzt beginnt die Jagd nach den besten Bänken im Schatten, denn all diese Menschen möchten gerne im Grünen ihr Mittag essen. Die Japaner bezeichnen sich selbst als äußerst naturverbunden und naturliebend, weshalb sie auch den kleinsten Flecken Grün nutzen. Außerdem werden zur Mittagszeit die Straßen an den Parks komplett zugeparkt, denn es wird gerne ein Mittagsschläfchen gehalten.
Nach dem Mittag tauchen wieder die Mütter mit den Kindern auf. Auch Kindergartengruppen nutzen die Kōen regelmäßig. Gegen 15h endet die Grundschule. Viele Schulbusse haben eine Haltestelle an einem Park und natürlich wird noch ein wenig dort gespielt bevor es für die Schüler nach Hause geht. Später am Nachmittag kommen auch größere Kinder in den Park um sich mit Freunden zu treffen, Insekten zu fangen und sich sonst wie zu vergnügen. Immer wieder kommen auch Erwachsene in dorthin um eine kurze Pause einzulegen. 
Am Abend gehört der Park dann schließlich den Teenagern, Oberschülern und sonstigen Draufgängern, die gerne Bier trinken und Spaß haben.
Kōen sind außerdem sehr praktisch wenn man auf die Toilette muß, einen Mülleimer sucht oder schnell zwischendurch einen Schluck Wasser trinken möchte. In jedem größeren Park gibt es eine Toilette und einen Wasserspender mit kostenlosem Trinkwasser. 
Da Japaner Grün und Kinder lieben, investieren sie nun auch Geld in die Pflege der Anlagen. Und nun kommt meine Arbeitstruppe ins Spiel.. 
Wir haben 10 Parks zwischen Firma und einem Bahnhof betreut. Alle sind unterschiedlich groß und unterschiedlich ausgestattet.
Montags, Mittwochs und Freitags sammelten wir den Müll ein. Vor allem Montags gibt es dort sehr viel zu tun. Meist haben wir 10kg PET-Flaschen, Dosen und Sperrmüll weggebracht und 120kg normalen Müll. An besonders schlimmen Tagen hatten wir aber zusammen mit Grünabfällen gerne mal insgesamt über 300kg. Entsorgt wird das Ganze im Cleancenter, einer Mischung aus Zwischenmülldeponie und Recyclinghof.
Montags wird dann noch geharkt oder gefegt, je nach Park. Auch im Sommer fallen genug Blätter und Äste von den Bäumen, so dass wir immer gut ausgelastet waren. Zu den übrigen regelmäßigen Arbeiten gehört das Fräsen der Sandkästen, Rasenmähen, Krauten, Gehölze schneiden und Reinigen der Abflüsse.
Im Prinzip ist man also mindestens 3x die Woche in allen Parks, oft häufiger, und bringt sie in Ordnung.


Diese intensive Pflege macht die Kōen wirklich zu Orten, an denen man sich gerne aufhält. Von ein paar Ausnahmen mal abgesehen..

In letzter Zeit war ich aber so gut wie gar nicht mehr in den Kōen und dafür mit anderen Arbeitsgruppen unterwegs. Etwas, das mir großen Spaß gemacht hat, war das Mähen der Uferbereiche des Kuromegawa-Flusses.
Die Ufer werden drei Mal im Jahr gemäht, vielleicht bekomme ich sogar alle drei mit.. 
Das erste Mal, als ich dabei war, war im Hochsommer. Es waren also immer über 30 Grad und es gibt dort keinen Schatten..
Trotzdem habe ich nur einmal schlapp gemacht. Danach habe ich begonnen drei Liter und mehr während der Arbeit zu trinken und ab dem Moment ließ sich das alles gut aushalten. Zumindest so lange ich meinen Strohhut hatte.
Meine Aufgabe bestand nun darin mit dem Freischneider all die Stellen zu mähen, an die die große Mähmaschiene nicht herankam. Oft waren wir zu dritt damit beschäftigt. Später wurde das Heu dann maschinell zu langen Reihen umgeschichtet, die wir per Hand zu Haufen auftürmten und in das firmeneigene Müllauto luden. Aber damit war die Arbeit noch nicht getan. Da die Ausschreibung von einer öffentlichen Stelle ausging, mussten alle möglichen Fotos als Beleg für die getane Arbeit gemacht werden. Das beinhaltete Fotos von vorher, während der verschiedenen Arbeiten, und nach der Arbeit mit einem Zentimetermaß, dass beweisen sollte, dass wir das Gras auf eine bestimmte Länge gemäht hatten. Dann wurden noch die Ufer vermessen, also die Breite, die wir gemäht hatten, das machte oft auch noch mal 3 Fotos, da es sich bei den Ufern um einen Damm handelt. Oft 2 Schrägen und eine gerade Fläche. Fotografiert wurde alle 60m auf einer Länge von einigen Kilometern. Genaue Zahlen habe ich nicht, aber angefangen haben wir bei Zahl 64 und aufgehört ca. bei Zahl 122, wobei zwischen jeder Zahl etwa 15m liegen sollten. Das Ganze natürlich x2, weil wir beide Ufer gemäht haben.
Jetzt im Herbst bin ich grade das zweite Mal dabei. Für meine Kollegen ist es das dritte und letzte Mal dieses Jahr.



Ansonsten kümmert sich meine Firma noch um diverse Grünstreifen an den Straßen von Asaka. An der Hauptstraße entlang wächst zum Beispiel auf 7km eine Azaleenhecke, die geschnitten werden muß. Gleichzeitig wird dann dort gekrautet.
Im Herbst geht außerdem die Saison los, in der Bäume geschnitten werden. Das läuft in Japan etwas anders als in Deutschland.. Hier herrscht fast immer ein Platzproblem, weshalb die Bäume sich nicht frei entfalten dürfen. Sie werden fast alle in eine möglichst schmale Form gezwungen. Das bedeutet, dass sie jedes Jahr so sehr gestutzt werden, dass sie danach fast keine Blätter mehr haben. Wenn sie aber wieder neue Triebe gebildet haben, hat diese Wuchsform auch durchaus etwas für sich. In Gärten mag ich diese Form der Bäume vielleicht sogar lieber, während ich an Straßen und in Parks doch eher die wilde Wuchsform bevorzuge. Die Ginkgos an der Hauptstraße sehen einfach nur traurig aus..

Ein anderer großer Arbeitsbereich ist die Pflege einer Universität.
In Japan gibt es neben den großen Universitäten wie der berühmten Todai auch viele kleine (private) Unis. 
Meine Firma kümmert sich um eine dieser Kleinen. Sie gehört zu einem ganzen Schulkomplex.
In Japan gibt es die Grundschule, die Mittelschule, Oberschule und Universität. Um auf die nächste Schule zu kommen muß man normalerweise Aufnahmeprüfungen bestehen.
An diesen Privatschulkomplexen mit angeschlossener Universität entfallen diese Prüfungen normalerweise. Der Campus unserer Uni besteht nun aus vier unterschiedlichen Geländen. Außerdem kümmern sich noch drei Angestellte um das Gelände der Grundschule. Bei der Mittelschule und Oberschule war ich bis jetzt noch nicht. Ich habe keine Ahnung ob sich unsere Firma auch darum kümmert..
Dafür aber um den 1 1/2 Stunden entfernten großen Sportplatz der Schule.

In Privatgärten kommen wir auch ab und zu, aber eher selten..
Je nachdem mit welcher Truppe man unterwegs ist, läuft die Arbeit anders ab. Entspannt ist sie aber eigentlich immer.
Ich arbeite von halb 8 bis 17h. Während dieser Zeit gibt es drei Pausen. Die erste um 10h, Mittagspause von 12-13h und die dritte um 15h. Dadurch gliedert sich der Tag in schöne kleine Portionen und während ich in Deutschland Probleme hatte bis 15h zu arbeiten, habe ich durch diese Pausenaufteilung absolut kein Problem bis 17h durchzuhalten.


Wahrscheinlich liegt es daran, dass hier die Pausen länger sind. In Deutschland hatte ich insgesamt 45min Pause und die Frühstückspause war auch nur eine Nettigkeit der Vorgesetzten. Hier habe ich ganze zwei Stunden Pause. In der langen Mittagspause  lohnt es sich sogar sich hinzulegen und zu schlafen. Das sieht dann ganz lustig aus, wenn meine Kollegen und ich es uns an  den lustigsten Stellen bequem machen.. 
So liegen wir auf Rasen in Privatgärten, in Kōen auf Bänken, im Tempel an einer Hauswand oder auf Belüftungsschächten der Universität. Und das Schönste, es stört absolut niemanden, denn es ist normal, das macht hier jeder, der keinen Autositz zur Verfügung hat.
Was übrigens meine Kollegen angeht.. Es hält sich ja die Meinung, Japaner seien immer höflich und sehr kultiviert.. Ja, meine Kollegen sind sehr höflich und kultiviert können sie auch sein, aber ehrlich gesagt sehe ich bei ihnen keinen Unterschied zu deutschen Handwerkern.
Sie haben von Anfang an in Umgangssprache mit mir gesprochen, haben keinerlei Kontaktprobleme und scherzen ganz normal mit mir. 
Es ist einfach super! Außerdem streben Japaner ein hohes Maß an Harmonie an. Man bekommt also niemals einen Streit zwischen den Kollegen mit. Natürlich wird hinter den Rücken gelästert, aber man merkt nie etwas von einer drückenden Stimmung bei der Arbeit. Das macht das Klima sehr angenehm. Möglicherweise bin ich hier der Störenfried, weil ich es nicht immer verbergen kann, wenn ich mal meine Ruhe haben möchte..
Aber, dank dem Streben nach Harmonie bekomme ich es nicht mit, wenn sie sich über mich ärgern. Was natürlich wieder zu dem Problem führt, dass ich eventuelles falsches Verhalten nicht ändern kann, weil mich niemand darauf hinweist..  
Wie man sieht, alles nicht unbedingt leicht, aber ich habe meine Kollegen alle gern!
Es gibt allerdings zwei Kollegen, die nicht so ganz wissen wie sie mit mir umgehen sollen. Hier merkt man ganz klar die Distanz. Es sind beides Absolventen einer Agrar-Universität. Jetzt könnte ich natürlich Vermutungen anstellen was das Verhalten mir gegenüber und die Art der Abschlüsse anbelangt..

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen was Interessantes über meine Arbeit in Japan und das ein oder andere Drumherum berichten.
Es ist aber wirklich ein subjektiver Bericht und kann sicher nicht auf alle Gartenbaufirmen angewandt werden.